

Die sehr alte Pfarrkirche stammt ursprünglich aus der Epoche
der Romanik und wurde auf der Umgrenzungsmauer des Guts Pontmain errichtet.
Die Kirche wurde mehrfach umgebaut und letztmalig 1984 restauriert. Und obgleich
sie mittlerweile keinem bestimmten Baustil eindeutig zuzuordnen ist, besitzt
sie einen besonderen Reiz, ihr Inneres strahlt Harmonie und Geborgenheit aus.
Im 14. Jahrhundert war sie dem Heiligen Simon und dem Heiligen Judas Thaddäus
gewidmet, deren Figuren sich noch heute im Chor befinden. Aber auch zwei weitere
Statuen aus dem Mittelalter sind beachtenswert: die des Heiligen Eligius und
die der Jungfrau mit dem Kind.
Die Kirche wurde lange Zeit als zusätzliche Kapelle von Saint-Ellier
du Maine genutzt.

1840 wurde Pontmain zur Pfarrgemeinde. Ihr erster Pfarrer, Michel Guérin,
machte sich mit Feuereifer an die Arbeit, um seine Gemeinde zum Glauben zu
führen und ihr die Verehrung der Heiligen Jungfrau näher zu bringen.
Er ließ daher eine kleine Statue der Jungfrau Maria im Glockenturm anbringen,
die bis zum heutigen Tag dort zu finden ist.

Zudem umgab er die Marienfigur mit Elementen zum Zeichen der Ehrerweisung,
indem er zum täglichen Rosenkranzgebet vor ihr vier Kerzen anzünden
ließ. 1860 beschloss er, das Kirchengewölbe blau anstreichen zu
lassen und es mit Sternen zu versehen, um die Menschen an den Himmel zu erinnern.

Für die Gemeindemitglieder wurde der Gang zum Gottesdienst und zu verschiedenen
Gebetsstunden schließlich zum Alltag. Eugène und Joseph Barbedette
gehörten wohl zu den eifrigsten. Die Kirche war nur ein paar Schritte
von ihrem Haus entfernt, und sie kamen jeden Tag, nachdem sie den Rosenkranz
gebetet und sich Gott anvertraut hatten. Sie kamen jeden morgen ganz früh,
um genügend Zeit für das lange Morgengebet und den Kreuzweg zu haben.
Dann nahmen sie an der Messe teil und beteten mit der Gemeinde für die
Soldaten im Krieg. All dies taten sie noch vor der Schule, die 8 Uhr begann.

Am 17. Januar 1871 wurde diesen zutiefst frommen, eifrig betenden Kindern
die Ehre zuteil, die Botschaften der Hoffnung lesen und überbringen zu
können, die mit der Aufforderung "ABER BETET" beginnt. So wie
sie, sahen auch andere Kinder der Gemeinde die Heilige Jungfrau Maria. Später
wurde diese Erscheinung bildlich im Gewölbe der Kirche festgehalten.






Die Tradition des Gebets, die zu Zeiten des Pfarrers Michel Guérin
bestand, wurde durch die Erscheinung der Heiligen Jungfrau Maria noch verstärkt
und wird bis in unsere Tage in Pontmain bewusst gepflegt. Die Pilger sind
eingeladen, mit den Gemeindemitgliedern gemeinsam an Eucharistiefeiern, Vespern
und der stillen Anbetung teilzunehmen.

