In der Scheune erhält der Pilger einen interessanten Einblick in das harte und strenggläubige Leben einer typischen Bauernfamilie. An der Hauptkreuzung im Zentrum der Ortschaft sind bis heute die Gebäude des Bauerngehöfts erhalten geblieben, in dem die Familie Barbedette lebte. Die erste Etage des Gebäudes war vom damaligen Besitzer bewohnt, so dass die Familie Barbedette im Erdgeschoss wohnte, das trotz des riesigen Kamins aus dem Jahre 1589 verhältnismäßig modern wirkt.


Neben dem Wohnhaus steht eine Scheune – DIE Scheune- welche von außen ungefähr noch genauso aussieht wie zum Zeitpunkt der Erscheinung: auf der Nordseite bietet sich dem Besucher ein reedgedecktes Dach mit einem grünen Tor, durch das man vom Innenhof aus den Mittelteil des Gebäudes betritt.


Drinnen erinnern ein Gemälde und 5 Marienfiguren an die Umstände und die verschiedenen Phasen der Erscheinung. Auf die ehemalige Nutzung des Gebäudes als Scheune und Stall weisen lediglich noch die Futterkrippen aus Granit und die Stößel, mit denen der Stechginster als Pferdefutter für den Winter zerkleinert wurde, hin.
Gleich nach dem Betreten des Gebäudes rechts muss man sich das kleine Bett der Kinder vorstellen, das direkt neben einer halbhohen Brettertrennwand stand, hinter der das Großvieh angebunden war. Auf der linken Seite stand hinter einer eben solchen halbhohen Trennwand das Kleinvieh sowie die dunkle Grauschimmelstute Namens La Bleue (die Blaue).
Hier waren Eugène und Joseph stundenlang damit beschäftigt, den Stechginster zu zerkleinern. Nachts schliefen sie direkt neben den Kühen, und jeden Morgen beteten sie gleich nach dem Erwachen als erstes zu Gott. Draußen vor der Tür verlief die Straße. Um zum Schuppen zu gelangen, wo der Weizen gedroschen wurde, musste man diese überqueren. Hinter einer Hecke und einer weiteren Straße befand sich das Haus von Guidecoq’s, das "L'Abri" (die Bleibe) genannt wurde.
Am Abend des 17. Januar 1871, als Eugène vor die Tür trat, um nachzuschauen wie das Wetter war, erblickte er und nach ihm Joseph und einige andere Kinder die Schöne Dame. Allmählich fand sich die gesamte Dorfbevölkerung vor der Scheune ein, während die Kinder berichteten, was sie da am Himmel sahen. Als die letzte Botschaft Marias verschwand, betete die gesamte Dorfgemeinde gemeinsam. Zuversicht hatte Angst, Zweifel und Ironie endgültig besiegt.

Die Schwelle der Scheune ist also jener Ort, von dem aus die Kinder Maria erblickten, aber auch der Ausgangspunkt, von dem aus sich eine bis heute andauernde Wallfahrtsbewegung in Gang setzte.
2005 wurde in der Scheune der Barbedettes ein Diorama angebracht, mit Hilfe dessen Sie die Erscheinung anschaulich vor Ort nacherleben können.